Eine Gefährdung der Gesundheit durch hochfrequente elektromagnetische Felder unterhalb der geltenden Grenzwerte ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft unwahrscheinlich. Zu diesem Schluss kommt der jüngste Konsensus des Wissenschaftlichen Beirats Funk (WBF).
Mit der fortschreitenden Digitalisierung wächst auch die Zahl elektromagnetischer Quellen stetig. Allerdings arbeiten moderne Endgeräte und Mobilfunknetze heute rund 5.000-mal effizienter als zu Beginn der mobilen Datenübertragung, sodass die Emissionen gesamt annähernd gleichgeblieben sind.
Unabhängig davon gilt: Funkfelder sind für den Menschen nicht direkt wahrnehmbar. Gerade deshalb werden mögliche gesundheitliche Auswirkungen immer wieder diskutiert. Die wissenschaftliche Studienlage dazu ist insgesamt zwar umfangreich, aber nicht einheitlich. Die anhaltende Kontroverse ergibt sich vor allem aus widersprüchlichen Ergebnissen und unterschiedlichen methodischen Qualitäten der Studien.
Vor diesem Hintergrund analysieren Expertinnen und Experten des Wissenschaftlichen Beirats Funk(WBF) in Zusammenarbeit mit externen Fachleuten seit 2004 jährlich die internationale Studienlage. Ziel ist es, eine sachliche und wissenschaftlich fundierte Grundlage für die Bewertung möglicher Gesundheitsrisiken durch Mobilfunk zu schaffen.
Für den aktuellen Konsensus wurden 174 Studien berücksichtigt, die zwischen Juli 2024 und Juni 2025 veröffentlicht wurden. Analysiert wurden Human-, Tier- und Zellstudien sowie Arbeiten zu Themen wie Krebserkrankungen, Gehirn und Nervensystem, Schlaf und Befindlichkeit, Kinder und Jugendliche, Dermatologie, Augengesundheit, HNO, männliche Fertilität, implantierte medizinische Geräte, Zellbiologie und Dosimetrie.
Ein zentrales Kriterium der Bewertung ist die Qualität des Studiendesigns. Der WBF weist darauf hin, dass nur wenige Studien auf neueren Originaldaten beruhen. Zudem lassen sich Ergebnisse aus Tier- und Zellstudien nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen. Auch gilt: Nicht jeder messbare Effekt bedeutet automatisch eine gesundheitliche Beeinträchtigung.
Ergebnisse im Überblick (ein Auszug):
- Mobilfunk und Krebs:
Die Publikationen des vergangenen Jahres erbrachten – bei Einhaltung der Grenzwerte – keine neuen epidemiologisch fundierten Hinweise auf gesundheitliche Schäden durch Mobilfunk. Systematische Reviews und Meta-Analysen zeigen keinen Zusammenhang mit der Entstehung von Krebserkrankungen.
- Mobilfunk und Nervensystem
Negative Auswirkungen auf kognitive Funktionen können nach heutigem Wissensstand ausgeschlossen werden. Zwar zeigen einzelne Studien Veränderungen in Messungen der Hirnaktivität (z. B. EEG, MEG oder fMRT), diese haben jedoch keine gesundheitliche Relevanz. Auch für chronische neurologische Erkrankungen wie Kopfschmerzen, Epilepsie oder neurodegenerative Erkrankungen sowie für die Schlafqualität wurden keine negativen Effekte festgestellt.
- Mobilfunk und Kinder/Jugendliche
Es liegen weiterhin keine belastbaren Daten vor, die klinisch relevante Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern auf Kinder und Jugendliche zeigen.
- Zellbiologie
Der überwiegende Teil der untersuchten Studien weist erhebliche methodische Schwächen auf. Trotz umfangreicher Daten konnten keine kausalen Zusammenhänge zwischen zellulären Effekten und der Einwirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder nachgewiesen werden. Hinweise auf oxidativen Stress beruhen überwiegend auf unzureichenden Mess- und Auswertungsmethoden. WBF betont daher die Notwendigkeit qualitativ hochwertiger, idealerweise doppelt verblindeter Studien.
Fazit: Die aktuelle Evidenz bestätigt die bisherigen Einschätzungen des WBF: Bei Einhaltung der geltenden Grenzwerte sind keine gesundheitlichen Risiken durch hochfrequente elektromagnetische Felder zu erwarten.
Durch die rasche Weiterentwicklung von Funktechnologien bestehen weiterhin offene Fragen – etwa zur Messung der Exposition und zur Übertragbarkeit von Tierstudien auf den Menschen. Der WBF empfiehlt daher standardisierte, verbesserte Messmethoden und zusätzliche Forschung – insbesondere im Millimeterwellenbereich – sowie die konsequente Einhaltung von „Good Laboratory Practice“.
Download WBF-Konsensus-Beschluss
Rückfragen:
Gregor Wagner
Pressesprecher
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