Monograph 102 – Hochfrequenz

Die IARC ist ein Institut der Weltgesundheitsorganisation und hat sich 4 Ziele gesetzt:
• Beobachtung des weltweiten Auftretens von Krebserkrankungen
• Identifikation von Ursachen von Krebserkrankungen
• Identifikation der Mechanismen zur Kanzerogenese
• Entwicklung wissenschaftlicher Strategien zur Krebskontrolle

Die IARC bewertet den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand hinsichtlich der Frage, ob ein bestimmter Faktor ursächlich mit dem Auftreten von Krebserkrankungen in Verbindung steht.

2011 wurde eine Bewertung des kanzerogenen (krebserregenden) Potenzials von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (HF=Hochfrequenz/RF=Radio Frequency) – einschließlich der Funkfelder von Mobiltelefonen – im Rahmen ihrer Einzelanalysen (Monographien) durchgeführt. Dabei werden alle publizierten experimentellen und epidemiologischen Hinweise einschließlich der Interphone-Ergebnisse berücksichtigt. Angekündigte bzw. bereits laufende, weiterführende epidemiologische Studien (COSMOS, Mobi-Kids) die eine längere Laufzeit haben und daher noch nicht abgeschlossen sind, konnten zu diesem Zeitpunkt nicht berücksichtigt werden.

Das IARC-Bewertungskonzept zur Kanzerogenität von Stoffen umfaßt 4 Gruppen:

  • 1          für Menschen krebserregend

  • 2A        wahrscheinlich krebserregend für Menschen

  • 2B        möglicherweise krebserregend für Menschen

  • 3          nicht klassifizierbar hinsichtlich Kanzerogenität für Menschen

Obwohl es sich bei elektromagnetischen Feldern (wie sie beispielsweise von Handys und Mobilfunkstation ausgesendet werden) nicht eigentlich um Stoffe handelt, wird zur Klassifizierung das Bewertungskonzept für Stoffe angewendet. Die einzelnen Gruppen sind in “The agent is probably not carcinogenic to humans“ (Das Agens/Der Wirkstoff ist wahrscheinlich für Menschen nicht krebserregend) bis hin zu „The agent is carcinogenic to humans“ (Das Agens/Der Wirkstoff ist für Menschen krebserregend) eingeteilt:

Gruppe 1: “The agent is carcinogenic to humans.“
Das Agens/Der Wirkstoff ist für Menschen krebserregend.
Diese Klassifikation wird angewendet, wenn es genügend Hinweise für Kanzerogenität beim Menschen gibt.

Gruppe 2A: “The agent is probably carcinogenic to humans. “
Das Agens/Der Wirkstoff ist wahrscheinlich für Menschen krebserregend.
Diese Klassifikation wird verwendet, wenn es begrenzte Hinweise für die Kanzerogenität beim Menschen und genügend Hinweise im Tierexperiment gibt.

Gruppe 2B: “The agent is possibly carcinogenic to humans. “
Das Agens/Der Wirkstoff ist möglicherweise für Menschen krebserregend.
Eine Einstufung in diese Kategorie erfolgt, wenn es begrenzte Hinweise für eine Kanzerogenität beim Menschen und nicht genügend Hinweise bei Versuchstieren gibt.

Gruppe 3: “The agent is not classifiable as to its carcinogenicity to humans. “
Das Agens/Der Wirkstoff ist bezüglich seiner krebserregenden Wirkung auf den Menschen nicht klassifizierbar.
Diese Einstufung wird meist verwendet, wenn die Hinweise auf eine Kanzerogenität beim Menschen unzulänglich und im Tierexperiment unzulänglich oder begrenzt sind.

Gruppe 4: “The agent is probably not carcinogenic to humans. “
Das Agens/Der Wirkstoff ist wahrscheinlich für Menschen nicht krebserregend.
Diese Einstufung erfolgt für Stoffe, für die die wissenschaftlichen Daten darauf hinweisen, dass keine Kanzerogenität gegenüber Menschen und Versuchstieren vorliegt.

IARC-Homepage: http://monographs.iarc.fr/ENG/Monographs/vol102/

Hier können Sie den Monograph 102 der IARC sowie die Presseaussendung dazu herunterladen:

Monograph 102 der IARC

Presseaussendung der IARC zu Monograph 102