Bioinitiative/EEA

Sind die Warnungen „Handys können Krebs verursachen“ der Europäischen Umweltagentur (EEA) berechtigt?

Nein, die Haltung der EEA steht im Gegensatz zu den Bewertungen nationaler Strahlenschutzorganisationen der Mitgliedsländer der Europäischen Union, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und vor allem den jüngsten Expertisen wissenschaftlicher Gremien der EU, wie der SCENIHR. Die EEA stützt sich auf den Bioinitiative Report. Der Bericht der BioInitiative Group (A Rationale for a Biologically-Based Public Exposure Standard for Electromagnetic Fields) warnt vor den Gefahren elektromagnetischer Felder. Der Bericht ist in vielen Punkten zu kritisieren:

  • Die EEA hat den Bericht weder in Auftrag gegeben noch editiert, sondern lediglich eines von 17 Kapiteln beigesteuert. Der Bericht stellt sich gegen die einhellige Meinung nationaler und internationaler Fachgremien
  • Der Bericht ist eine Zusammenstellung von Meinungen und Interpretationen einzelner Personen, die auf eine einseitige Auswahl der Literatur basiert.
  • Der Bericht enthält keine neuen Erkenntnisse und basiert auf dem bestehenden Literaturstock. Er interpretiert lediglich die Datenbasis wissenschaftlicher Studien gänzlich neu.Diese Daten wurden bei der Festlegung der derzeit geltenden Grenzwerte bereits berücksichtigt.
  • Das Bundesamt für Strahlenschutz in Deutschland (BfS) attestierte dem BioInitiative Report klare wissenschaftliche Schwächen. Insbesondere werden Vermischungen der gesundheitlichen Wirkungen von niederfrequenten und hochfrequenten Feldern vorgenommen, die fachlich nicht zulässig sind.
  • In einem Kommentar des EMF-Net (EU Programm, dass die Evaluierung wissenschaftlicher Untersuchungsergebnisse über Wirkungen elektromagnetischer Felder auf den Menschen zur Aufgabe hat) wird der Bioinitiative Report als nicht ausgeglichen in seiner Beurteilung bewertet. So wurden Kommentare und Fakten vermischt.
  • Es ist festzuhalten, dass für den Bericht einzelne Beiträge gesammelt wurden, die jeweils die Einzelmeinung des/der Autoren wiedergeben. Besonders die Umweltaktivistin und Unternehmerin aus dem EMF-Abschirmbereich Cindy Sage war bei den Schlussfolgerungen des Reports federführend.
  • Sowohl Zusammenfassung als auch Schlussfolgerung des Bioiniative Reports sind einseitig und tendenziös. Sie geben darüber hinaus nicht immer die Meinung aller Autoren wieder, sondern lediglich die Sichtweise der Verfasser des jeweiligen Abschnitts. Sie folgen nicht immer dem Stand wissenschaftlicher Beurteilungskriterien und stimmen auch nicht mit den Schlussfolgerungen anderer anerkannter internationaler Institutionen (z.B.: EU, WHO/IARC, etc.) überein.

Zusammenfassend kann festgehalten werden: Es gibt keinen Anlass, die Grenzwerte zu ändern. Nach derzeitigem Kenntnisstand gibt es unterhalb der Grenzwerte keine gesundheitliche Gefährdung durch den Mobilfunk.