FMK-Jahrespressekonferenz: Mobilfunk führt zu Paradigmenwechsel in allen Lebens- und Arbeitsbereichen

FMK-Jahrespressekonferenz: Mobilfunk führt zu Paradigmenwechsel in allen Lebens- und Arbeitsbereichen

Utl.: Drei Forderungen an die zukünftige Bundesregierung für Mobilfunk-Netzausbau

- Markt- und Verkehrsdaten:

                Es wird wieder mehr telefoniert / Datenvolumen schießt mit plus 105% in den Himmel

                Gesamtumsatz der Mobilfunknetzbetreiber EUR 4,01 Mrd, EBITDA EUR 1,51 Mrd.

 

-Mobilfunk-Nutzer-Umfrage:

                SMS bleibt (nach dem Telefonieren) beliebteste Anwendung / Nutzung von Sozialen Medien am                Smartphone hat sich verdreifacht / online Preis- und Produktvergleiche setzen Einzelhandel unter   Druck

 

- Ausblick und Forderungen der Mobilfunkindustrie:

                Ausbau wird zur Herausforderung für Betreiber / Forderungen der Mobilfunkindustrie:

                - Erleichterung des Infrastrukturausbaus mittels z.B. der Vereinfachung von Behördenverfahren.

- Möglichkeit, öffentlichen Grund und Gebäude entgeltfrei zur Nutzung für Sendeinfrastruktur in Anspruch nehmen zu können.

- Marktverträgliche Auktionsergebnisse der Frequenzvergabe, um den Unternehmen nicht das benötigte Investitionskapital zu entziehen.

 

Anlässlich der Jahres-Pressekonferenz am 18.5.2017 präsentierten Dr. Rüdiger Köster, Präsident des FMK und CTO von T-Mobile Austria, Dr. Lothar Roitner, Vizepräsident des FMK und Geschäftsführer des FEEI und Mag.a. Margit Kropik, Geschäftsführerin des FMK, die Markt- und Verkehrsdaten der österreichischen Mobilfunkindustrie, die Mobilfunk-Nutzer-Umfrage und den Ausblick mit Hinblick auf die sich wechselnden Rahmenbedingungen im Mobilfunkmarkt.

 

13,5 Millionen aktive SIM-Karten im Umlauf

Zum Stichtag 31.12.2016 befanden sich in Österreich exakt 13.488.491. aktive SIM-Karten im Umlauf. Das bedeutet, dass sich die Zahl der SIM-Karten gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert hat. Eine deutliche Steigerung dieser Zahl wird erst mit der breiten Etablierung von M2M- und IoT-Anwendungen oder mit der verpflichtenden Einführung des  eCall-Systems, das ab 2018 in allen Neuwagen in der EU verpflichtend eingebaut werden muss, erwartet.

 

2016 wurde mit 21,8 Milliarden Minuten wieder mehr telefoniert

2016 wurde um fast 800 Millionen Minuten länger telefoniert als noch 2015 (21,03 Mrd. Minuten). Dies liegt wohl auch daran, dass nationale Gespräche in den Tarifpaketen der Anbieter großzügig inkludiert sind und die „klassische Telefonie“ meist einen besseren Gesprächskomfort als Telephonie-Apps bietet.

 

Bemerkenswert: Nur noch 3 Mrd. SMS pro Jahr – dennoch beliebteste Anwendung

Seit 2013 geht die Anzahl der SMS kontinuierlich zurück. Dies liegt vor allem daran, dass viele Kurznachrichten via Social Media-APPs gesendet werden. Obwohl mit 3,0 Mrd. SMS 2016 ein Tiefststand erreicht wurde, will jedoch niemand auf diese Anwendung verzichten: SMS-Schreiben bleibt (nach dem Telefonieren) die beliebteste Anwendung.

 

Mobiles Datenvolumen schießt in den Himmel: Plus 105% gegenüber dem Vorjahr

Seit Einführung von mobiler Breitbandtechnologie wuchs das über Mobilfunknetze übertragene Datenvolumen im Schnitt um ca. 70% jährlich. Mit der Einführung von LTE schießt nun das übertragene Datenvolumen mit einem Plus von 105 % in den Himmel: 2016 wurden 652,9 Millionen Gigabyte übertragen.

Gesamtumsatz: EUR 4,01 Mrd. mit einem EBITDA von EUR 1,51 Mrd.

2015 kam es zur „Gesundung“ des österreichischen Mobilfunkmarktes. Es konnten nach Jahren des Umsatzrückganges wieder ein leichtes Umsatzplus (3,0%) und ein sehr kräftiges Plus des EBITDA (70,2%)  geschrieben werden. So betrachtet sind die Zahlen 2016 (Umsatz: -2%, EBITDA: -26,7%) weniger bemerkenswert, spiegeln aber deutlich wider, dass unter anderem die Markteintritte neuer MVNOs zu einem weiteren Preisverfall der Tarifpakete geführt haben. Dies ist gut für Verbraucher, führt allerdings zu einem herausfordernden Investitionsklima für die Mobilfunknetzbetreiber.

 

Umfrage zeigt: Smartphones und LTE-Netze führen zu neuem Nutzerverhalten

Anlässlich der Jahres-Pressekonferenz der österreichischen Mobilfunkindustrie präsentierte das Forum Mobilkommunikation die aktuelle Mobilfunk-Umfrage. In diesem Jahr wurden die selben Fragen von vor 5 Jahren einem Sample von 500 Menschen neu gestellt. Das Ergebnis zeigt: die Möglichkeiten von modernen Smartphones werden heute dank LTE-Netzen ausgeschöpft – es kam zu einem Paradigmenwechsel bei der Nutzung mit einer Ausnahme:

 

SMS bleibt (nach dem Telefonieren) beliebteste Anwendung

Obwohl Smartphone und LTE sämtliche Anwendungen besonders nutzerfreundlich ermöglichen, wird – nach dem Telefonieren selbst – das Senden und Empfangen von SMS explizit noch immer als beliebteste Anwendung von 75% aller Befragten genannt. Allerdings ist auch hier ein Abwärtstrend bemerkbar: vor 5 Jahren waren das noch 86%.

 

Beliebtheit des Smartphones als Fotoapparat nimmt weiter zu

2017 nutzten 70% die Foto-Funktion ihres Smartphones. Dies entspricht gegenüber 2012 einem Plus von 17% und hat ganz offensichtlich nicht nur mit der deutlichen Verbesserung der Bildqualität, sondern auch mit der Möglichkeit zu tun, via LTE-Netzen hochauflösende Bilder schnell und günstig zu versenden.

 

Nutzung von Sozialen Medien am Smartphone hat sich verdreifacht

Seit 2012 hat sich die mobile Nutzung von Sozialen Medien nahezu verdreifacht: waren vor 5 Jahren gerade mal 13% via Smartphone auf Facebook, Instagram, WhatsApp & Co, sind es heute 66%.

 

Sogar „Nischen“ entwickelten sich stark: jeder Zehnte sieht am Smartphone fern

2012 gaben nur 3 von 100 an, mit dem Smartphone auch Fernsehprogramme zu verfolgen. Heute, 5 Jahre später, hat sich die Anzahl derer, die am Smartphone fernsehen, auf 9% verdreifacht.

 

Einzelhandel kommt unter Druck

Ein Wandel auch beim Einkaufsverhalten: wer heute mit dem Smartphone in der Tasche einkaufen geht, kauft nicht mehr nur, was direkt vor Ort verfügbar ist und zum ausgeschriebenen Preis, sondern stellt Preisvergleiche mit anderen Händlern direkt im Geschäft an: 20% geben an, regelmäßig am POS online zu checken, ob das selbe Produkt bei einem anderen Händler günstiger zu bekommen ist.

17% stellen auch noch Produktvergleiche an, ebensoviele kaufen dann Produkte online am Smartphone.

2012 waren das noch deutlich weniger: 7%, bzw. 5%.

Digitalisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche

Die Digitalisierung stellt heute die Grundlage für ein weiteres Beschäftigungs- und Wirtschaftswachstum dar.

So wie das Smartphone das Nutzungsverhalten im Privaten verändert hat, werden sich schnelle, mobile Breitbandverbindungen auch auf alle anderen Lebens- und vor allem Arbeitsbereiche auswirken: Internet of Things (IoT), Industrie 4.0 in der Produktion, e-Government, e-Health, etc… tragen dazu bei, dass sich Wertschöpfungsketten nachhaltig ändern.

 

Schulwesen, Aus- und Weiterbildung von Arbeitskräften sind davon ebenso betroffen. Der kompetente Umgang mit Smartphones, Tablets und Computern stellt heute die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Berufslaufbahn dar. Es ist daher unbedingt notwendig, dass die neuen Medien endlich in die Lehrpläne der Schulen einziehen.

 

Mit diesem Paradigmenwechsel steigt auch die Anforderung an eine leistungsfähige Telekommunikationsinfrastruktur. LTE bietet zwar die Grundlage für die nächsten Jahre, mittelfristig geht aber an der Weiterentwicklung Richtung 5G kein Weg vorbei.

 

Österreich muss nun rasch an der Vorbereitung für das 5G-Netz arbeiten. Denn tatsächlich zeigt der so genannte 5G-Readyness-Index, dass die Alpenrepublik heute lediglich den Rang 24 von 32 belegt, während führende 5G-Nationen wie etwa Schweden und Dänemark bereits die ersten Umsetzungsschritte ihrer verabschiedeten 5G-Strategien absolvieren.

 

Ausbau wird zur Herausforderung für Betreiber

5G braucht eine starke Verdichtung des bestehenden Mobilfunknetzes. Dazu sind in erster Linie keine neuen, großen Mobilfunkmasten notwendig, sondern vielmehr Klein- und Kleinstzellen, die etwa auf Straßenlaternen, Ampelanlagen oder Werbetafeln montiert werden können. Die Verfahren, mit denen solche Einrichtungen bewilligt werden, müssen von der Politik und den Behörden vereinfacht und beschleunigt werden.

 

Damit der Netzausbau möglichst effizient stattfinden kann, ist aktives Sharing zwischen den Betreibern – die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur-Einrichtungen – notwendig. Dies ist derzeit im Wesentlichen nur für passive Elemente erlaubt, wie die gemeinsame Nutzung von Masten. Künftig soll es auch für aktive Komponenten bei der jeweiligen Mobilfunkzelle möglich sein. Auch Frequenzsharing nicht nur in entlegenen Regionen ist im Sinne der Mobilfunknutzer sinnvoll und bedarf einer verbindlichen Regelung durch den Gesetzgeber.

 

Forderungen der Mobilfunkindustrie

 

Aus diesem Grund fordert die österreichische Mobilfunkindustrie:

 

  • Die Erleichterung des Infrastrukturausbaus mittels z.B. der Vereinfachung von Behördenverfahren.

 

  • Die Möglichkeit, öffentlichen Grund und Gebäude entgeltfrei zur Nutzung für Sendeinfrastruktur in Anspruch nehmen zu können.

 

  • Marktverträgliche Auktionsergebnisse der Frequenzvergabe, um den Unternehmen nicht das benötigte Investitionskapital zu entziehen.

 

 

FMK initiiert „Hedy Lamarr-Jungjournalistenpreis“ in  Zusammenarbeit mit dem Presseclub Concordia

 

Der „Hedy Lamarr-Jungjournalistenpreis“ zeichnet in zwei Kategorien, „Technik“ und „Mobilfunk und Wissenschaft“ redaktionelle Arbeiten von jungen Journalistinnen und Journalisten bis 30 aus, die sich mit dem Thema Mobilfunk auseinandersetzen.

Das Preisgeld beträgt EUR 1.500,- pro Kategorie.

Die Preisverleihung findet am 9. November 2017 – zum 103ten Geburtstag von Hedy Lamarr – im Presseclub Concordia statt.

 

Die Ausschreibungsbedingungen finden sich auf der Homepage des Forum Mobilkommunikation unter http://fmk.at/presse/presseaussendungen/2017/fmk-initiiert-hedy-lamarr-jungjournalistenpreis-in-zusammenarbeit-mit-dem-presseclub-concordia/

Rückfragen:

Gregor Wagner

Pressesprecher
Forum Mobilkommunikation – FMK
Mariahilfer Straße 37-39, A-1060 Wien
Mobil: +43 664 619 25 12

Fix: +43 1 588 39 15,

Fax: +43 1 586 69 71
Email: wagner@fmk.at

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