Kann eine „Abschirmung“ die Emissionen von Mobiltelefonen reduzieren oder die Geräte sicherer machen?

Ein Mobiltelefon wird automatisch mit der niedrigsten Leistung betrieben, die für ein Gespräch in guter Qualität bzw. zur Datenübertragung notwendig ist. Die ist durch das inhärente Regelsystem eines Mobilfunknetzes sichergestellt. Das Anbringen oder Hinzufügen eines Geräts oder Produkts am Handy kann den normalen Betrieb eines Mobiltelefons stören und die Effizienz des Mobiltelefons beeinträchtigen.

Das kann zu Folgendem führen:

  • verringerte Reichweite
  • geringere Akku-Lebensdauer
  • erhöhte Sendeleistung (bis maximal 2 Watt)
  • nicht-normgerechte Verwendung des Mobiltelefons

Bei schlechten Empfangsbedingungen (z.B. großer Entfernung zu einer Sendeanlage, innerhalb von Gebäuden, etc.) arbeitet das Handy mit maximaler Sendeleistung. Abschirmprodukte zielen meist darauf ab, die „Strahlung“ abzuschirmen – was einer Barriere entspricht, die das Handy mit erhöhten Sendeleistungen überwinden. Es wird also das Gegenteil erreicht.
Andere Produkte behaupten, in die elektromagnetischen Felder direkt einzugreifen. Diese Bewerbungen sind wissenschaftlich unbewiesen bzw. unhaltbar. Darüberhinaus wäre jeder Eingriff in die Funkfelder von Handys bzw. Sendeanlagen rechtlich unzulässig, da die Sendefrequenzen für Mobilfunk exklusiv den Mobilfunkanbietern zur Verfügung gestellt wurden und nicht gestört werden dürfen.

WIRKSAMKEIT VON PRODUKTEN ZUR ABSCHIRMUNG UNBEWIESEN

Alle in Österreich verkauften Mobiltelefone halten die wissenschaftlichen basierten Grenzwerte und Sicherheitsstandards ein. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind die „Produkte zur "Strahlenabschirmung" unnötig, und die Wirksamkeit vieler solcher Vorrichtungen ist unbewiesen. Konsumentenschutzorganisationen und Fair Trade-Einrichtungen in den USA, Australien und Neuseeland haben erfolgreiche Klagen gegen die unbewiesenen Wirksamkeitsbehauptungen einiger Hersteller/Vertreiber derartiger Vorrichtungen eingebracht.

Die WHO erklärt in ihrem Faktenblatt Nr. 193 von Mai 2010:

„Die Verwendung kommerzieller Geräte zur Verringerung der Hochfrequenzstrahlung hat sich nicht als wirksam erwiesen.“

 Die WHO informiert in ihrem Faktenblatt Nr. 193 von Mai 2010 auch über die Möglichkeiten zur Verringerung der HF-Belastung:

„Neben der Verwendung von ‚Freisprecheinrichtungen', die das Mobiltelefon während des Sprechens von Kopf und Körper fern halten, kann die Exposition auch durch die Begrenzung der Zahl und Länge der Gespräche verringern. Die Verwendung von Mobiltelefonen in Gebieten mit gutem Empfang verringert ebenfalls die Exposition, weil dadurch die Telefone mit geringerer Leistung senden können.“