Die Positionierung von Mobilfunkstandorten

Unabhängig von rechtlichen Verfahren erfolgt die Errichtung von Sendeanlagen nicht willkürlich sondern nach technischen Kriterien, orientiert an den jeweiligen Sende- und Empfangsbedingungen, die von verschiedenen Parametern wie etwa Nutzungsgrad, Topografie, Verbauungsgrad etc. abhängen. Grundsätzlich gilt, dass die Immissionen durch eine Sendeanlage abnehmen, je mehr Sendeanlagen bestehen, da die erforderliche Reichweite und damit die Sendeleistung eines Senders niedriger geplant werden kann. Mehr Sendeanlagen sind etwa dann erforderlich, wenn eine größere Anzahl von Gesprächen im gleichen Umkreis gleichzeitig geführt werden soll.

Oft wird die Forderung erhoben, einen Sendemast an den Ortsrand zu verlegen. Die Annahme, dass die Immissionen verringert werden, wenn der Sendemast in größerer Entfernung errichtet wird, trifft jedoch nicht zu. Der Sender müsste in diesem Fall zur Erreichung desselben Versorgungsgebietes entsprechend mehr Energie aussenden und auch das Handy müsste mit viel größeren Leistungen arbeiten. Dies schlägt sich nicht nur in höheren persönlichen Expositionen, sondern in verringerten Akkulaufzeiten nieder. Je näher eine Sendeanlage bei ihren Kunden steht, desto geringer sind der benötigte Energieaufwand von Sender und Handy und damit auch die Immissionen. Es gilt: Entfernung ist nicht immer sinnvoll!

Elektromagnetische Felder von Mobilfunkantennen werden wie das Licht einer Taschenlampe gebündelt und vorzugsweise in eine bestimmte Richtung gesendet. In Hauptsenderichtung werden die in Österreich geltenden Grenzwerte bereits nach wenigen Metern unterschritten, außerhalb der Hauptsenderichtung - z.B. unterhalb von Mobilfunkanlagen - bereits nach einigen Dezimetern. Der Abstand zur Antenne, ab dem die Grenzwerte unterschritten werden, heißt Sicherheitsabstand. Dieser kleine Bereich liegt hoch über dem Boden direkt vor der Antenne und ist in der Regel nicht öffentlich zugänglich. Wäre er zugänglich, dürfte die Antenne so nicht errichtet werden. Dies wird in der Praxis streng geprüft.

Damit jemand in der Hauptsenderichtung so exponiert ist, dass der Grenzwert überschritten wird, müsste er sich sehr nahe vor der Antenne aufhalten, was durch eine entsprechende Planung und Bauausführung von Sendeanlagen verhindert wird. Das Wesen des Zusammenspiels von Immissionsgrenzwert und Schutzabstand ist es, überall dort, wo sich Menschen aufhalten können, sicherzustellen, dass die Grenzwerte jedenfalls eingehalten werden.

Für beruflich exponiertes Personal, das sich nur kurzzeitig im direkten Nahbereich von Antennen aufhalten könnte, gelten eigene Grenzwerte und Bestimmungen. So ist es bis zu einem maximalen Aufenthalt von 6 Minuten möglich, an der Vorderseite der Antenne zu stehen oder vorbeizuklettern, ohne die Grenzwerte zu überschreiten. Längerfristige Arbeiten vor Antennen müssen in jedem Fall mit dem jeweiligen Mobilfunkbetreiber abgestimmt werden, der auch das Prozedere festlegt.